Ericsson löst Geschäftseinheit für Unternehmensnetze auf
Ericsson stellt sein Geschäft mit drahtlosen Unternehmensnetzen organisatorisch neu auf. Der bisher eigenständige Geschäftsbereich Enterprise Wireless Solutions (BEWS) wird aufgeteilt und seine Produkte werden anderen Einheiten zugeordnet. Der Konzern will dadurch Forschungs- und Entwicklungskapazitäten besser bündeln und Kosten senken. Die Neustrukturierung geht mit mehreren Veränderungen in der Führungsebene einher.
Künftig werden Ericsson Private 5G und die sogenannten Neutral-Host-Lösungen, die beispielsweise eine Mobilfunkversorgung innerhalb von Gebäuden ermöglichen, in der Business Area Networks angesiedelt. Dort sollen sie enger mit den übrigen Technologien für Mobilfunknetze verzahnt werden.
Anders organisiert Ericsson das Geschäft mit Wireless WAN. Dieses bleibt als eigenständiger Bereich bestehen und wird künftig an Yossi Cohen berichten, der zugleich die Marktregion Americas leitet. Wireless-WAN-Lösungen dienen unter anderem dazu, Unternehmensstandorte, Fahrzeuge oder IoT-Anwendungen über Mobilfunknetze anzubinden.
Veränderungen im Enterprise-Geschäft
Mit der Neuordnung verändert Ericsson die Struktur eines Geschäftsbereichs, der sich gezielt an Unternehmenskunden richtet. Zum Portfolio gehören unter anderem private 5G-Netze für Industrie und Unternehmen sowie die aus dem Cradlepoint-Geschäft hervorgegangenen Wireless-WAN-Lösungen.
Nach Angaben des Herstellers sollen die jeweiligen Einheiten ihr Geschäft mit bestehenden und neuen Kunden sowie Partnern fortsetzen. Wie sich die organisatorischen Veränderungen auf die bisherigen Vertriebs- und Partnerstrukturen auswirken, erläutert Ericsson in seiner Mitteilung nicht.
Åsa Tamsons, die Enterprise Wireless Solutions bislang verantwortet, wird die Integration der Geschäftseinheiten begleiten und ihre Position in der Konzernleitung zum 31. Dezember 2026 abgeben. Tamsons gehört der obersten Führungsebene seit 2018 an.
Auch regionale Vertriebsorganisation wird verändert
Neben dem Enterprise-Geschäft ordnet Ericsson seine internationale Marktorganisation neu. Zum 1. Januar 2027 werden die bisherigen Regionen Nordostasien sowie Südostasien, Ozeanien und Indien in einer gemeinsamen Region Asia-Pacific (APAC) zusammengeführt.
Die Leitung übernimmt Patrick Johansson, der bislang für Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA) verantwortlich ist. Für seine Nachfolge wird eine neue Führungskraft gesucht.
Mit der Zusammenlegung scheiden auch Chafic Nassif und Andres Vicente, die bisher die beiden asiatischen Regionen leiten, zum Jahresende aus ihren Funktionen in der Konzernleitung aus.
Ericsson-Chef Per Narvinger begründet die Veränderungen mit dem Ziel, die Führungsstruktur zu verschlanken und Entscheidungswege zu verkürzen. Zugleich sollen die Forschungs- und Entwicklungsressourcen effizienter eingesetzt werden.